Teil 5:
Die goldenen Nagler-Jahre (1953–1985)

1953 Der SSV übernimmt das Weltmeisterschafts-Kandidatenturnier und beauftragt die Schachgesellschaft mit dem Grossteil der Durchführung. Das von Wassili Smyslow gewonnene Turnier geht als eines der bestbesetzten und kreativsten in die Schachgeschichte ein und wird in mehr als einem halben Dutzend Turnierbücher verewigt. Alois Nagler hat als Turnierleiter wesentlichen Anteil am grossen Erfolg dieses Anlasses.

Alois Nagler
Alois Nagler

Die amerikanische Schriftstellerin Clare Benedict stellt Mittel zur Verfügung, die es Alois Nagler, dem neuen Präsidenten der Schachgesellschaft, erlauben, in den nächsten zwei Jahrzehnten regelmässige internationale Mannschaftsturniere durchzuführen. Diese von der Schachgesellschaft in attraktiven Kurorten organisierten «Clare-Benedict-Turniere» erfreuen sich bei allen Teilnehmern höchster Beliebtheit.

Die Schachgesellschaft beteiligt sich erstmals an der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM) und gewinnt auf Anhieb. Zahlreiche weitere Titel folgen.

1954 Das zweite Clare-Benedict-Turnier ist ausnahmsweise ein Einzelturnier und findet in Zürich statt. Es siegt der Deutsche Lothar Schmid vor dem Zürcher Erwin Nievergelt und Ex-Weltmeister Euwe.

1956 Weltmeister Michail Botwinnik weilt in Zürich zum Uhrensimultan und schlägt tausend Zuschauer in seinen Bann. Als Einzigem gelingt Dr. Josef Kupper ein Sieg.

1959 Das 150-Jahr-Jubiläumsturnier ist wiederum ein Anlass der Sonderklasse. Es siegt Michail Tal, der kurz darauf Weltmeister wird, vor Svetozar Gligoric, Bobby Fischer und Paul Keres.

Der abtretende Alois Nagler wird zum Ehrenpräsidenten ernannt. Er wirkt noch viele Jahre lang weiter im Dienst des Zürcher und Schweizer Schachs.

1961 Ein internationales Turnier zieht wiederum die Blicke der Schachwelt nach Zürich. Es siegt Paul Keres vor dem künftigen Weltmeister Tigran Petrosjan.

1968 Paul Keres misst sich in Zürich in 18 Trainingspartien mit der Schweizer Nationalmannschaft.

Werner Hug
Werner Hug

1971 Werner Hug wird in Athen Weltmeister bei den Junioren.

1973 Zürich veranstaltet die Schlussrunde der SMM und kann den elften Titel in 20 Jahren feiern.

1975 Die Schachgesellschaft trägt das 75. Schweizerische Schachturnier wie bei früheren Gelegenheiten in einem internationalen Rahmen aus. Das Grossmeisterturnier wird von Guillermo García (Kuba) gemeinsam mit Dr. Dieter Keller und Werner Hug gewonnen. Im Stichkampf um den Schweizermeister-Titel siegte Hug 2:0 bei einem Unentschieden.

1984 Das internationale Jubiläumsturnier zum 175-jährigen Bestehen der Schachgesellschaft führt illustre Grossmeister ans Zürichhorn. Es siegt der Engländer Dr. John Nunn, im geschlagenen Feld sind Ex-Weltmeister Boris Spasski und der zweifache WM-Herausforderer Viktor Kortschnoi.

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